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DIETMAR WISCHMEYER

 

Vorspeise zum jüngsten Gericht

 

05.12.18 BREMEN

Modernes

Zusatztermin!

Einlass: 19.00 Uhr

Beginn: 20.00 Uhr

 

 

06.12.18 BREMEN

Modernes

Einlass: 19.00 Uhr

Beginn: 20.00 Uhr

 

07.12.18 VERDEN

Stadthalle

Einlass: 19.00 Uhr

Beginn: 20.00 Uhr

 

Die Insassen des hiesigen Wohlstands-Archipels suhlen sich in ihrer Furcht vor der ungewissen Zukunft. Digitalisierung, Industrie 4.0., Migration und Globalisierung werden vorwiegend als Verlust wahrgenommen. Es zählen nicht die Chancen, sondern Askese und Verzicht werden zur Staatsreligion: nicht mehr rauchen, weniger saufen, kein Fleisch, kein Weizen, kein Atom, keine Kohle, keine Dieselautos, kein Garnichts mehr. Eine Gesellschaft tut Buße, um der endgültigen Bestrafung doch noch zu entgehen.

Stilvolles Verwelken vor der Zukunft ist das Credo der satten Gespenster am Ende der Gegenwart. Doch was tatsächlich geschieht, ist Selbstverwirklichung als Volkskrankheit.

 

Dietmar Wischmeyer lässt die Saturierten und Gestrandeten auf dem alten Seelenverkäufer „Deutschland“ noch einmal zu Wort kommen. Die Art, wie wir heute leben, war schon gestern vorbei, doch morgen werden auch wir es merken.

 

Was wird das für ein Gefühl sein, wenn einem der Pflegeroboter einen Blasenkatheter durch den Harnleiter schiebt? Ist in Zukunft die Erotik eine App auf dem Smartphone? Bringt uns Lieferando dann den Fertigfraß aus okkulten Schmurgelküchen und Sterberando räumt im Herbst den toten Opa ab? Sieht so unsere Zukunft aus? Unternehmer, Turbo-Landwirte, Pastorinnen, Rentner, Praktikanten, Politiker, Aktivistinnen ... der ganz normale Bestand an Insassen dieser Republik erzählt in Wischmeyers Worten vom Verschwinden seiner gewohnten Lebenswelt.

Dietmar Wischmeyer zeichnet in seinem neuen Programm „Vorspeise zum Jüngsten Gericht“ ein Sittenbild der Gegenwart als wohligen Grusel vor dem, was kommt.

 

Seit der WM 2006 haben die Deutschen angeblich angefangen, sich selbst zu mögen. Jedes einzelne verkaufte Buch von Dietmar Wischmeyer hilft, diesen verhängnisvollen Trend zu stoppen.

Oliver Welke über Dietmar Wischmeyer

 

Wischmeyer kreidet den Menschen eigentlich bereits die nackte Existenz an. Vor seiner Sense sind alle gleich. Er ist vermutlich ein herzensguter Mensch, leistet aber Aggressionsabfuhr für sich und andere von hoher kartatischer Effizienz. Er macht alles und jeden nach allen Regeln der Wortkunst zur Sau, benutzt dabei das Florett wie einen Vorschlaghammer und umgekehrt. Ich persönlich spreche von sprachlichem Kunstkotzen.

Jürgen von der Lippe über Dietmar Wischmeyer

05.12.18 Bremen
05.12.18 Bremen
06.12.18 Bremen
06.12.18 Bremen
07.12.18 Verden
07.12.18 Verden